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Rogier van der Weyden war der einflussreichste Maler des 15. Jahrhunderts. Er war der erste Künstler, der die Menschen, die er malte, mit Gefühlen ausstattete. Die Ausstellung, einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres 2009, beleuchtet die Originalität und die Bedeutung dieses Flämischen Primitiven. Im M, dem neuen Museum der Universitätsstadt Leuven, sind mehr als hundert Spitzenwerke des Malers und seiner Zeitgenossen zu sehen.
Anfang des 15. Jahrhunderts brachte der Raum, den wir heute Holland und Flandern nennen und der damals als Niederlande umschrieben wurde, eine außergewöhnlich begabte Generation von Malern hervor. Mit ihrer Realitätstreue und ihrer Liebe zum Detail trugen sie maßgeblich zur Erneuerung der westlichen Malkunst bei. Diese Maler gingen als Flämische Primitive in die Kunstgeschichte ein.
Die Protagonisten dieser Ausnahmegeneration waren Rogier van der Weyden und Jan van Eyck. Kennzeichnend für Van der Weyden waren die verhaltene emotionelle Kraft und die subtile Expressivität seiner Figuren. Er war der erste Künstler, der die Menschen, die er malte, mit Gefühlen ausstattete. Die Trauer von Maria und Johannes am Fuß des Kreuzes, die Versunkenheit der lesenden Maria Magdalena oder der selbstbewusste Blick Karl des Kühnen – dies sind Bilder, die man nie mehr vergisst.
Rogier van der Weyden, aufgewachsen in Tournai, wurde 1435 Stadtmaler von Brüssel. Er unterhielt ausgezeichnete Beziehungen zu den Burgunderherzögen und zum wohlhabenden Bürgertum. Zu seinen Auftraggebern gehörten sowohl der Hof als auch die Armbrustschützengilde von Leuven. Die Bildersprache van der Weydens fand in ganz Europa Anklang. Seit langem gilt er als der einflussreichste Maler der Niederlande des 15. Jahrhunderts.
Albrecht Dürer widmete Van der Weyden in seinem Tagebuch
anerkennende Worte und Philipp II. setzt alles daran, um die
sublime Kreuzabnahme nach Spanien zu holen, was ihm schließlich
auch gelang. Rogier van der Weyden schuf die Kreuzabnahme im
Auftrag der Armbrustschützengilde. Heute hängt die Tafel im Prado
in Madrid. Aus konservatorischen Gründen kann sie nicht nach Leuven
gebracht werden, dennoch wird sie prominent anwesend sein: Der
belgische Videokünstler Walter Verdin stellte das
Gemälde in den Mittelpunkt seiner
Installation THE SLIDING TIME, der Ouvertüre der Ausstellung.
Rogier van der Weyden 1400 l 1464 – Die Leidenschaft des
Meisters bietet dem Publikum die einmalige Möglichkeit, sich mit
der revolutionären Bildersprache des Malers vertraut zu machen. Die
Originalität und die Wirkung Van der Weydens werden anhand von rund
hundert Spitzenwerken beleuchtet. Sie kommen aus
den bedeutendsten Museen Europas und der USA, wobei manche Werke
zum ersten Mal seit 600 Jahren wieder in Flandern zu sehen sind.
Rogier van der Weyden 1400 l 1464 – Die Leidenschaft des Malers ist
die Eröffnungsausstellung von M, des neuen
Kunstmuseums von Leuven. Eine einmalige Ausstellung in einem
bemerkenswerten Museumsneubau. Und einer der kulturellen Höhepunkte
von 2009.